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Handwerk mit Warteliste: Warum gute Betriebe Aufträge ablehnen

Jede Absage fühlt sich an wie verschenktes Geld. Wer aber gezielt Nein sagt, arbeitet sorgfältiger, verdient pro Stunde oft mehr und kann mit einer Warteliste Monate im Voraus planen.

Von der Redaktion · 4 Min. Lesezeit

Ein Schreiner schleift in seiner Werkstatt einen Stuhl aus Holz.
Ein Schreiner schleift in seiner Werkstatt einen Stuhl aus Holz.Bild: mit KI erstellt

Das Telefon klingelt, wieder eine Anfrage, und der Kalender ist bis ins Frühjahr belegt. Der erste Reflex: auch diesen Auftrag noch irgendwie unterbringen. Wer seinen Betrieb gut führen will, entscheidet bewusster. Er nimmt an, was passt, und sagt zum Rest freundlich Nein.

Was ein zusätzliches Ja kostet

Ein Auftrag, der nicht in den Plan passt, kostet mehr, als auf der Rechnung steht. Er verschiebt andere Termine. Er erzeugt Fahrten, die sonst nicht nötig wären. Er drückt auf die Sorgfalt, weil alle schneller arbeiten müssen. Und Fehler aus Zeitdruck kommen später als Nacharbeit zurück.

Rechnen wir mit runden Zahlen, die nur als Beispiel dienen. Ein Auftrag bringt 3.000 Euro und ist mit 30 Stunden geplant. Das sind 100 Euro pro Stunde. Müssen Sie ihn zwischen zwei andere Aufträge quetschen, kommen in unserem Beispiel zehn Stunden dazu: für Umwege, Absprachen und Nacharbeit. Dann bleiben 75 Euro pro Stunde. Der Auftrag hat ein Viertel seines Werts verloren, bevor sich überhaupt jemand beschwert.

Dazu kommt, was sich nicht in Euro messen lässt. Feierabende fallen aus, Mitarbeiter werden gereizt, und Kunden warten vergeblich auf zugesagte Termine.

Ein Auftrag, der nicht in den Plan passt, kostet mehr, als auf der Rechnung steht.

Klare Regeln statt Tagesform

Ablehnen braucht Maßstäbe, sonst entscheidet die Laune des Tages. Legen Sie fest, welche Aufträge zu Ihrem Betrieb passen. Das ist keine Frage des Geschmacks. Die Aufträge von heute bestimmen, wofür man Sie morgen weiterempfiehlt. Wer viele kleine Reparaturen annimmt, bekommt vor allem Anfragen für kleine Reparaturen. Wer jede Anfrage annimmt, überlässt dem Zufall, wofür sein Betrieb steht.

Beschreiben Sie Ihren Wunschauftrag in wenigen Stichworten: welche Arbeit, welche Größe, welcher Umkreis, welche Art von Kunde. Hängen Sie die Beschreibung im Büro auf. Dann können auch Mitarbeiter am Telefon Anfragen vorsortieren.

Fünf Fragen helfen, jede Anfrage einzuordnen. Eine einfache Faustregel: Lautet die Antwort dreimal Nein, sagen Sie ab.

Halten Sie Ihre Antworten eine Zeit lang schriftlich fest. Nach einer Saison erkennen Sie, welche Aufträge sich gelohnt haben und welche nicht. So werden Ihre Maßstäbe von Jahr zu Jahr genauer.

Die Warteliste als Planungshilfe

Eine Absage muss nicht das Ende sein. Mit einer gepflegten Warteliste wird aus ihr ein späteres Ja. Notieren Sie zu jeder Anfrage Name, Arbeit, Ort, gewünschten Zeitraum und groben Umfang. Nennen Sie dem Kunden eine ehrliche Wartezeit. Wer weiß, woran er ist, wartet geduldiger als jemand, der auf vage Zusagen hofft.

Die Liste zeigt Ihnen auch, welche Aufträge zusammenpassen, etwa drei Kunden im selben Ort. Diese legen Sie in dieselbe Woche und sparen Fahrten. Wird kurzfristig ein Termin frei, rufen Sie zuerst die Kunden an, die zeitlich beweglich sind. Fragen Sie das schon bei der Aufnahme in die Liste ab.

Damit die Liste nützlich bleibt, gehen Sie sie einmal pro Woche durch. Melden Sie sich bei Wartenden ab und zu kurz, damit sich niemand vergessen fühlt. Streichen Sie Einträge, die sich erledigt haben. Sobald Sie einen festen Termin zusagen, können Sie eine Anzahlung vereinbaren. Das macht die Zusage für beide Seiten verbindlicher.

Eine lange Warteliste sagt außerdem etwas über Ihre Preise. Wenn Kunden monatelang auf Sie warten, sind Ihre Preise womöglich zu niedrig. Eine maßvolle Erhöhung für neue Aufträge ordnet die Nachfrage. Zusagen, die Sie bereits gegeben haben, bleiben davon unberührt.

Nein sagen, ohne die Tür zu schließen

Wie Sie absagen, entscheidet darüber, ob der Kunde wiederkommt. Antworten Sie schnell, möglichst innerhalb von zwei Tagen. Wer wochenlang nichts hört, fühlt sich auch ohne Absage abgewiesen. Nennen Sie kurz den Grund und bieten Sie eine Lösung an.

Ein Satz, den Sie anpassen können: „Wir können Ihren Auftrag frühestens im März übernehmen. Wenn Ihnen das zu spät ist, nenne ich Ihnen gern einen Betrieb, dem ich vertraue.“

Solche Empfehlungen setzen voraus, dass Sie Kollegen kennen. Halten Sie Kontakt zu zwei oder drei Betrieben in der Nähe, die sauber arbeiten. Das hilft in beide Richtungen: Wer Anfragen weitergibt, kann auch um Anfragen bitten, wenn es bei ihm ruhiger wird.

Eine Versuchung sollten Sie meiden: einen überhöhten Preis zu nennen, damit der Kunde von selbst abspringt. Das wirkt unehrlich. Und sagt der Kunde doch zu, haben Sie einen Auftrag, den Sie nie wollten.

Am Ende steht ein Betrieb, der seine Aufträge auswählt, statt von ihnen getrieben zu werden. Kunden merken das: an der Qualität, an verlässlichen Terminen und an einer Werkstatt, in der niemand hetzt.

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von KI.

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